Geschichte der Wallfahrt:

Die Wallfahrt auf den Schönenberg geht auf das Jahr 1638 zurück. Zwei Jesuitenpatres errichteten in der Notzeit des Dreißigjährigen Krieges ein schlichtes Holzkreuz mit einer Marienfigur und luden dort zum Gebet ein. Bald wurde an dieser Stelle eine Loretokapelle errichtet und die ersten Wallfahrten kamen aus der näheren Umgebung.
1680 kam der Jesuitenpater Philipp Jeningen zur Betreuung der Wallfahrt nach Ellwangen. Er konnte den Fürstprobst von Ellwangen, Johan Christoph Adelmann von Adelmannsfelden überzeugen, über die kleine Kapelle eine große Barockkirche bauen zu lassen. Dazu wurden 1734 noch 15 Rosenkranzkapellen auf dem Pilgerweg zum Schönenberg hinauf errichtet.

Kritische Stationen in der Wallfahrtsgeschichte:

Der Schönenberg erlebte eine wechselvolle Geschichte. Rückschläge in der Wallfahrt waren die Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 und die Säkularisation  im Jahr 1803 im Zusammenhang mit der Aufklärung. Die Kirche stand in Gefahr, abgerissen zu werden. Durch die persönliche Verwendung der württenbergischen Königin Katarina Pawlowna wird die Schönenbergkirche 1819 von der Liste der abzureißenden Wallfahrtskirchen wieder gestrichen.

Ende April 1945 drohte der Stadt Ellwangen und dem Schönenberg die Zerstörung durch die alliierten Truppen, weil die Stadt nicht übergeben wurde. Die Ellwanger bestürmten die Gottesmutter um ihre Hilfe. Durch ein mehrstündiges, starkes Gewitter über der Stadt blieb sie vor der Bombardierung bewahrt und die Kirche erhalten. Die Ellwanger gedenken dieser Errettung jedes Jahr mit einem Dankgottesdienst auf den Schönenberg.

Die Wallfahrt heute:

Die großen Wallfahrten, die nach dem Krieg entstanden waren, wie die so genannte „Vertriebenenwallfahrt,“ haben inzwischen an Anziehungskraft und an Pilgerzahlen verloren. Auch die Wallfahrten verschiedener europäischer Volksgruppen haben abgenommen. Und dennoch kann man vom Frühjahr bis in den Herbst hinein einen regen Wallfahrtsbetrieb auf dem Schönenberg feststellen.

Viele Gemeinden aus der Umgebung haben ihren Wallfahrtstag und kommen jedes Jahr auf den Schönenberg – oft auch zu Fuß. Daneben gibt es viele Buswallfahrten und Einzelwallfahrer, die hier Station machen und ihre Anliegen zur Gottesmutter auf dem Schönenberg in der Gnadenkapelle bringen. Während des Tages begegnet man dort immer wieder Pilgern im stillen Gebet. Von der schönen Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg geht gewiss ein großer Segen aus – hinein in unsere schwäbische Heimat.

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